The 2026/2027 Wine Tours Flyer is here
June 26, 2026
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Bordeaux 2025: Château Haut-Brion und Château Margaux: Die nächsten Schwergewichte betreten die En-Primeur-Bühne
12.06.2026
Mit der Freigabe von Château Haut-Brion und Château Margaux erreicht die En-Primeur-Kampagne 2025 einen weiteren Höhepunkt. Für mich zählen beide Weine zu den absoluten Spitzengewächsen des Jahrgangs, beide Weine werden gesucht sein.
Bereits während der Primeurs-Woche hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Jean-Philippe Delmas, Generaldirektor von Château Haut-Brion und Château La Mission Haut-Brion, über den Jahrgang zu sprechen. Delmas bezeichnete 2025 als außergewöhnlichen „Frühlingsjahrgang“ und zog Parallelen zu großen Bordeaux-Jahrgängen wie 2005 und 2010. Die außergewöhnlich frühe Vegetationsentwicklung, die perfekte Gesundheit der Reben sowie der warme und trockene Sommer hätten ideale Voraussetzungen für Spitzenweine geschaffen.
Besonders bemerkenswert: Jean-Philippe Delmas deutete bereits im Exklusivinterview an, dass Bordeaux 2025 auch preislich überzeugen könnte.
Mit einem Marktpreis von rund 383 Euro liegt Château Haut-Brion 2025 zwar etwa 15 Prozent über dem Vorjahresniveau, bleibt jedoch rund 12 Prozent unter dem Preis des Jahrgangs 2023.
Noch deutlicher fällt der Abstand zu den hoch bewerteten Referenzjahrgängen aus: Gegenüber dem 2022er beträgt der Preisabschlag knapp 47 Prozent, gegenüber dem 2021er rund 35 Prozent. Bewertet habe ich den Wein mit 98-99/100 Punkten.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Aussage von Delmas, man könne „einen wunderbaren Jahrgang 30 Prozent günstiger kaufen“, keineswegs übertrieben. Im Gegenteil: Die bisherigen Freigaben deuten darauf hin, dass zahlreiche Châteaux die veränderten Marktbedingungen erkannt haben und ihre Preise deutlich attraktiver kalkulieren als noch in den vergangenen Jahren.
Mit einem Endverbraucherpreis von rund 466 Euro pro Flasche kommt der 2025er Château Margaux mit einem Abschlag von 6,6 % gegenüber 2023 und sogar knapp 35 % unter dem legendären Jahrgang 2022 auf den Markt.
Für mich verkörpert der 2025er eine der reinsten und vollständigsten Interpretationen von Château Margaux der letzten Jahre. Die unverwechselbare Handschrift des Gutes – betörende florale Duftigkeit, feine Graphitnoten, Präzision und scheinbar mühelose Eleganz – kommt hier in beeindruckender Weise zum Ausdruck.
Mit 98–99+ Punkten zählt der Wein zu den absoluten Spitzengewächsen des Jahrgangs. Er steht an der Schwelle zur Perfektion und könnte mit weiterer Flaschenreife sogar die Höchstnote erreichen. Seine außergewöhnliche Balance, die kristalline Frucht, die vielschichtige Komplexität und die aristokratische Struktur deuten auf einen Wein hin, der sich eines Tages unter die größten modernen Jahrgänge von Château Margaux einreihen könnte.
Besonders bemerkenswert: Nur 37 % der Produktion schafften es in den Grand Vin. Damit zählt der 2025er zu den selektivsten Château-Margaux-Abfüllungen der jüngeren Vergangenheit – und dürfte entsprechend schwer zu bekommen sein. Laut Michael Grimm von Bacchus Vinothek und Christian Witte von Crurated lief insbesondere dieser Premier Cru sehr gut.
Auch der Pavillon Rouge und Pavillon Blanc du Château Margaux präsentiert sich auf exzellentem Niveau.
Dem Vernehmen nach ist auch Château Figeac sehr gut gelaufen - diesen finessenreichen Wein mit seidiger Textur, den ich mit 98-99/100 Punkten bewertet habe, gibt es für rund 155€. Siehe hierzu mein gestriges Post mit Interview mit Direktor Frédéric Faye und weiteren Details auf Instagram.
Mit Haut-Brion und Château Margaux sind inzwischen zwei der wichtigsten Weine des Jahrgangs veröffentlicht – und die bisherigen Freigaben zeichnen ein immer klareres Bild: 2025 könnte tatsächlich zu den seltenen Bordeaux-Jahrgängen zählen, in denen außergewöhnliche Qualität und attraktive Preise zusammenfinden.
Genau deshalb lohnt es sich, die Kampagne jetzt aufmerksam zu verfolgen. Nicht jeder Wein wird ein Schnäppchen sein, nicht jede Bewertung wird sich im Markt widerspiegeln. Die spannendsten Kaufgelegenheiten entstehen häufig dort, wo Qualität, Preis, Image und Marktstimmung in einem besonderen Verhältnis zueinander stehen.
Bordeaux 2025: Mouton ne change pas? Oder doch?
05.06.2026
Vorgestern hat Château Mouton Rothschild als nächster Premier Grand Cru Classé seinen En-Primeur-Preis veröffentlicht. Mit 420 Euro für den Endverbraucher (z.B. bei Bacchus Vinothek, Lobenberg und Crurated liegt dieser zwar über dem Vorjahresniveau (2024: 354 €), aber noch unter dem Preis des Jahrgangs 2023 (455 €, Preisangaben: Bacchus Vinothek).
Mit 94-95/100 ist das für mich der am höchsten bewertete Zweitwein. Gibt es für 167€ bei Lobenberg. Ebenfalls auf sehr hohem Niveau präsentieren sich die beiden preislich besonders interessanten Weine des Hauses: Château Clerc Milon und Château d’Armailhac.
Den Grand Vin habe ich mit 98–100 Punkten bewertet. Für mich zählt er zu den ganz großen Weinen des Jahrgangs 2025.
Ganz nach dem Motto „Mouton ne change pas“ bleibt sich das Château auch in diesem Jahr treu: Der Wein vereint Kraft, Tiefe und Konzentration mit einem geradezu unwiderstehlichen Charme. Bemerkenswert ist aber dabei, wie athletisch und präzise sich dieser Mouton trotz mit seinem hohen Anteil von 98 % Cabernet Sauvignon präsentiert. Statt opulenter Wucht stehen Finesse, Frische und perfekte Proportionen im Vordergrund.
Er erinnert eher an einen olympischen Sprinter als an einen Schwergewichtsboxer. Natürlich ist das unverkennbar Mouton – doch gleichzeitig zeigt sich der Wein etwas anders als gewohnt: straffer, fokussierter und eleganter. Vielleicht die bislang gelungenste Liaison aus Kraft und Finesse, die ich bei Mouton verkostet habe. Also doch ein bisschen "change".
Ein großer Mouton, der bereits in seiner Jugend fasziniert und zugleich das Potenzial für eine jahrzehntelange Entwicklung besitzt.
Die ausführliche Verkostungsnotiz zu diesem Wein in Deutsch und Englisch finden Abonnenten in der umfangreichen FINE WINE GUIDE DATENBANK.
Bordeaux 2025: Early harvest, great wines - and the return of the price issue
03.06.2026
The 2025 Bordeaux harvest is likely to go down in history—not only because of its extraordinary growing season and historically early harvest, but also because of the outstanding quality achieved by many wines and the attractive market conditions that make this vintage particularly compelling.
As I write these lines, another star from Pessac-Léognan, Château Haut-Bailly (97–98/100), has just been released at a highly noteworthy price of around €88 from merchants such as Bacchus Vinothek. Even the excellent second wine, Haut-Bailly II (92–93/100), is available for approximately €30.
Earlier today, Château Mouton Rothschild became the next Premier Grand Cru Classé to announce its En Primeur release price. At around €420 per bottle from merchants such as Lobenberg, Bacchus Vinothek and Crurated, it is above the 2024 release price (€354) but still below the 2023 vintage (€455; pricing according to Bacchus Vinothek).
I awarded the wine 98–100/100 points. For me, it ranks among the greatest successes of the 2025 vintage. With an exceptionally high proportion of 98% Cabernet Sauvignon, this Mouton combines concentration and the château’s signature seductive charm with remarkable precision, freshness, and elegance. A great Mouton that is already captivating in its youth while possessing the potential to evolve for decades. More on this wine in one of the upcoming newsletters—or right now in the FINE WINE GUIDE.
Subscribers can find the detailed tasting notes for both wines in German and English in the extensive FINE WINE GUIDE DATABASE.
But back to La Mission and Haut-Brion. When I spoke with Jean-Philippe Delmas, Managing Director of Château Haut-Brion and Château La Mission Haut-Brion (Domaine Clarence Dillon S.A.S.), during an exclusive interview at En Primeur week, he drew a remarkable comparison: in his entire career, only the 2003 vintage had started earlier.
For Delmas, 2025 is an exceptional “spring vintage.” While yields had already been influenced by the conditions of 2024, the true quality of the wines was shaped during the spring of 2025. The warm and dry summer that followed reminded him of great Bordeaux vintages such as 2005 and 2010. Throughout the growing season, the vineyards remained in perfect condition—“like a French garden”: healthy, balanced, and free from stress.
Equally noteworthy was his perspective on the market. During our conversation, Delmas emphasized that buyers participating in this year’s En Primeur campaign might be presented with a rare opportunity: acquiring a potentially outstanding vintage at prices significantly below those currently commanded by benchmark vintages such as 2022, 2016, or 2010.
The first releases appear to support this assessment. La Mission Haut-Brion 2023 was offered at around €275 per bottle. The newly released 2025 vintage is currently available for approximately €197–199 per bottle from merchants such as Crurated, Lobenberg, and Bacchus Vinothek, placing it significantly below the comparable 2023 release.
Haut-Brion 2025 - The benchmark in Pessac
I awarded the 2025 Haut-Brion 98–99/100 points, making it a true benchmark for Pessac-Léognan. This tasting note, too, is available in the well-stocked database.
The recently released La Mission Haut-Brion is somewhat more approachable, yet scarcely less fascinating. My rating of 97/100 points reflects this impression.
For now, Bordeaux 2025 remains a barrel-sample vintage. Yet rarely has there been such broad consensus following the En Primeur tastings among producers, critics, and merchants alike. The combination of exceptionally early ripening, remarkable freshness, and classical structure has produced wines that, in many cases, evoke memories of the great vintages of past decades.
For collectors and wine enthusiasts, this may well be the real story of Bordeaux 2025: a vintage with genuine potential for greatness at a moment when prices have not yet reached the levels associated with the celebrated hype vintages of the past.
FINE WINE GUIDE
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