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Interview mit Wilhelm Weil
Im exklusiven Interview mit Wilhelm Weil spricht Chefredakteur Giuseppe Lauria über den Jahrgang 2025, den Weil zu den drei besten Jahrgängen der vergangenen zehn Jahre zählt.
Obwohl die Durchschnittstemperaturen etwas höher lagen, bezeichnet Weil 2025 als einen stilistisch kühlen Jahrgang. Entscheidend war, rechtzeitig zu ernten und die Lese zügig abzuschließen, bevor Ende der dritten Septemberwoche die großen Niederschläge einsetzten.
Spannend ist in diesem Zusammenhang auch Weils Aussage, dass viele Winzer von der Geschwindigkeit der Assimilation überrascht waren. Die Reben verfügten über viel Energie, und dank der ausreichenden Wasserversorgung konnte die Pflanze die Assimilation regelrecht im „Turbo-Tempo“ durchführen.
Besonders interessant sind natürlich wieder die Vergleiche der drei trockenen Spitzenweine: Kiedrich Gräfenberg, Monte Nostrum, der über die Place de Bordeaux international vertrieben wird, und der Monte Vacano 2024, der erst im kommenden Frühjahr auf den Markt kommt.
Auch die edelsüßen Weine präsentieren sich erneut auf herausragendem Niveau. Insbesondere die Auslese Goldkapsel aus dem Kiedrich Gräfenberg ist ein wahres Monument.
Spannend sind darüber hinaus die Lagenvergleiche bei den fruchtsüßen Rieslingen. Der Turmberg kommt aufgrund seines höheren Verlit-Anteils immer etwas strenger, linearer und mineralischer daher. Der Gräfenberg wirkt dagegen durch seine Lösslehmauflage großzügiger und gelbfruchtiger, zugleich aber häufig auch etwas komplexer.
Last but not least haben wir uns auch über den Jahrgang 2026 unterhalten, der sich bereits jetzt als einer der trockensten und wärmsten Jahrgänge seit Jahrzehnten abzeichnet. Auch hier spricht Wilhelm Weil von einem ungewöhnlich frühen Frühjahr.
Sorgen macht er sich dennoch nicht – vorausgesetzt, das Wetter bleibt stabil und die für die kommenden zwei Wochen prognostizierten Niederschläge sorgen in moderatem Umfang für die dringend benötigte Entlastung.