Interview mit Ronan Laborde (Chât. Clinet)
Laborde beschrieb den Jahrgang als eine Bestätigung der positiven Erwartungen, die sich bereits am Ende der Vegetationsperiode abgezeichnet hatten. Das Jahr war von extremen Wetterbedingungen geprägt: einerseits große Trockenheit, andererseits viel Regen. Hinzu kam eine außergewöhnlich frühe Weinlese – die früheste überhaupt, wie Laborde betonte. Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen seien jedoch bemerkenswert ausgewogene und aromatische Weine entstanden.
Im Gespräch verglichen wir den Jahrgang 2025 mit früheren Spitzenjahren. Für mich vereint er die Konzentration von 2022 mit der Frische von 2020 und der Ausdruckskraft von 2023. Roland Laborde teilte diese Einschätzung, machte jedoch deutlich, dass 2025 vor allem durch seinen eigenständigen Charakter überzeugt. Besonders überraschend sei die Kombination aus Tiefe, Frische und einer sehr offenen Aromatik. Der Jahrgang wirke kraftvoll, bleibe dabei aber zugänglich und harmonisch.
Ein weiterer wichtiger Punkt unseres Gesprächs war die aktuelle Marktsituation in Bordeaux. Laborde sieht im Jahrgang 2025 die Chance auf einen echten Neuanfang. Nach Jahren hoher Preise und schwieriger Verkaufsbedingungen könnten nun wieder attraktivere Preise entstehen. Da die Produktionsmengen begrenzt seien und gleichzeitig ein qualitativ sehr starker Jahrgang auf den Markt komme, erwartet er großes Interesse – auch von einer neuen Generation von Weinliebhabern.
Seiner Ansicht nach kommt dieser Jahrgang genau zum richtigen Zeitpunkt. 2025 könnte nicht nur qualitativ überzeugen, sondern auch dazu beitragen, Bordeaux international wieder stärker in den Fokus zu rücken.
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