Bordeaux 2025 - Die Verkostungstour mit allen Premier Grand Cru Classés und Ikonen
Den Auftakt bildet das Press Tasting in der Cité du Vin, bei dem wir uns mit rund 150 Weinen einen sehr fundierten Überblick über den Jahrgang verschaffen konnten.
Im Anschluss folgen Eindrücke vom linken Ufer mit zahlreichen Premiers Grands Crus Classés wie Château Margaux, Château Lafite Rothschild, Château Haut-Brion, bei dem ich zudem Jean-Philippe Delmas interviewen konnte, sowie Château Mouton Rothschild, wo ich die Gelegenheit hatte, mich mit Philippe Sereys de Rothschild, CEO und Chairman, auszutauschen. Bei den „Super Seconds“ standen insbesondere Château Montrose sowie Léoville Las Cases im Fokus. Ergänzt wurde dies durch weitere wichtige Stationen wie Château Lascombes, wo aktuell viel Dynamik und ein spürbarer qualitativer Aufbruch zu erkennen ist. Als Troisièmes Crus sind zudem Château Palmer sowie Léoville Barton hervorzuheben, die dieses hochklassige Bild abrunden.
Nahtlos daran schließen die Besuche am rechten Ufer an: Besonders eindrucksvoll war Château d’Angélus mit seinem spektakulären neuen Keller, der architektonisch zweifellos eine Klasse für sich ist. Hubert de Boüard de Laforest und Stéphanie de Boüard-Rivoal führten uns persönlich durch das Anwesen und organisierten ein exzellentes Tasting.
Die Stationen am rechten Ufer gliedern sich dabei in:
Saint-Émilion:
Neben Château d’Angélus standen unter anderem Château Ausone, Château Beauséjour (Duffau-Lagarrosse), Château Troplong Mondot, Château Cheval Blanc, Clos Fourtet, Château Bélair-Monange sowie Château Tour Saint-Christophe auf dem Programm.
Pomerol:
Hier reichte die Bandbreite von Ikonen wie Pétrus und Le Pin über L’Église-Clinet und Vieux Château Certan bis hin zu Château Lafleur und Château Clinet.
Ein zentrales Highlight waren die Besuche bei den absoluten und nur selektiv zugänglichen Ikonen wie Pétrus und Le Pin, wo ich sowohl Olivier Berrouet (Pétrus) als auch Jacques Thienpont (Le Pin) – in bester Form und hervorragend aufgelegt – interviewen konnte. Diese Interviews werden in Kürze im Abonnentenbereich verfügbar sein.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch bei Christian Moueix – einem Grand Seigneur des Bordelais und ohne Übertreibung eine prägende Persönlichkeit der Region. Dort konnte ich die gesamte Kollektion verkosten und ihn anschließend exklusiv interviewen.
Weitere Gespräche führte ich unter anderem mit Hubert de Boüard de Laforest (Château d’Angélus), Aymeric de Gironde (Château Troplong Mondot), Pierre-Olivier Clouet (Château Cheval Blanc), Hélène Genin (Château Latour), Nicolas Glumineau (Château Pichon Comtesse) sowie Ronan Laborde (Château Clinet), mit dem ich mich ausführlich über die Marktsituation und die Preiserwartungen austauschen konnte. Ein äußerst spannendes Gespräch, das Einblicke liefert und die Hoffnung nährt, dass die Preise nochmals nachgeben könnten – „wir werden den Markt mit unseren Preisen überraschen“, so seine Aussage im Interview.
Ein weiteres Highlight bildete die wie immer herausragende Verkostung beim Négociant Ulysse Cazabonne, bei der ich die bereits beim Press Tasting auffallenden Weine nochmals gezielt nachverkosten konnte und darüber hinaus erneut eindrucksvoll gereifte Weine aus Großflaschen probieren durfte. Eine Auswahl davon habe ich bereits beschrieben – die entsprechenden Notizen folgen in Kürze.
Fazit:
Nach rund 500 verkosteten Weinen – viele davon mehrfach –, etwa 40 Château-Besuchen, mehreren Panel-Verkostungen sowie rund zehn Interviews ergibt sich für mich ein sehr klares Bild: 2025 ist ein ausgezeichneter Jahrgang, der sich vor großen Referenzen keineswegs verstecken muss – im Gegenteil. Er verbindet eine bemerkenswerte Frische, die über 2022 hinausgeht, mit einer nahezu vergleichbaren Konzentration, jedoch bei moderaterem Alkohol. Stilistisch zeigt sich eine gewisse Nähe zu 2016, während am rechten Ufer vielfach eine spannende Kombination aus der Opulenz von 2022 und der Struktur von 2010 zu erkennen ist.
Auffällig war zudem der enorme Besucherandrang. Auch wenn häufig von einer Krise in Bordeaux die Rede ist – insbesondere mit Blick auf Lagerbestände –, präsentierte sich die Stimmung vor Ort ausgesprochen positiv. Die Verkostungen auf den Châteaux waren durchweg sehr gut besucht, und das strahlende Wetter trug zusätzlich zu diesem insgesamt sehr positiven Eindruck bei.
In der kommenden Woche werden die ersten Châteaux ihre Preise veröffentlichen, und die Spannung ist groß, ob sich die vielfach angedeutete Bereitschaft bestätigt, dem Markt ein attraktives Angebot zu machen.
Bleiben Sie dran – Sie werden hier umfassend informiert mit detaillierten Verkostungsnotizen, Jahrgangsanalysen, Best-of-Listen und zahlreichen Live-Interviews. Folgen Sie auch gerne meinem Instagram-Kanal „Fine Wine Guide“.